Die letzten Untersuchungen vor der Geburt und interessante News

Da ich bei den Untersuchungen im Dezember meines Erachtens nach darauf vorbereitet wurde, dass mein Baby wahrscheinlich noch im Jahr 2020 zur Welt kommt, begann nun die Zeit des gespannten Wartens. Eine Freundin versuchte dem Kleinen gut zuzureden, da sie bereits einen Body mit der Aufschrift „born in 2021“ gekauft hatte. Für mich waren die letzten Wochen auch anstrengend, denn mit Hund und Kleinkind im Lockdown wurden auch die Nächte nicht einfacher, denn Bettinerich zog immer mehr nach unten. Das Drehen von einer auf die andere Seite fiel mir immer schwerer. Aber wir sollten noch eine lange Wartezeit vor uns haben… Nichts mit „easy ein Kind zur Welt bringen“, während meine Eltern zwischen Weihnachten und Silvester zu Besuch da sind…

Wir erreichten den 13.01.21, offizieller Entbindungstermin und die Spannung stieg von Tag zu Tag. Leider hieß es aber bei jeder Untersuchung: „Frau Lorenz, es tut mir leid, aber der Muttermund ist noch komplett verschlossen. Das Kind ist allerdings schon ziemlich schwer (3800g) und hat vermutlich einen Kopfumfang von 37cm – das sollten wir im Blick behalten“.

Nun musste ich natürlich alle zwei Tage in die Klinik zur Kontrolle. Dort machte ich bei einem anderen Arzt im Kreißsaal eine interessante Erfahrung (die mich betreuende Ärztin war freitags und am We nicht zugegen, weshalb ich von jemanden anders untersucht werden musste).

Herr Dr. S wusste zunächst weder, wer ich war, noch warum ich untersucht werden sollte – „Ähm, lass mich kurz überlegen… ich bin überm Termin, meine Daten und Diagnosen stehen alle in deinem PC und warum jemand da ist, erfragt man doch im Vorfeld der Untersuchung – oder bin ich jetzt doof?“, schoss es mir durch den Kopf, hielt aber die Klappe. Dr. S fuhr mir 20min über meinen Bauch, ohne ein einziges Wort zu sagen. Schlimm… Ich glaube manche Ärzte wissen gar nicht, was sie damit ihren Patienten antun, die ja dann immer mit weiteren schlimmen Hiobsbotschaften rechnen.

Nach dieser unsäglich langen Zeit sprach Herr Dr. S nun endlich die erlösenden Worte: „Alles gut, Frau Lorenz. Ich kann allerdings nicht sehen diese Fehlbildung. Wer hat diagnostiziert?“. Wie, was, wo? Bin ich gerade bei der „Versteckten Kamera“? Bin ich vielleicht doch aus einem Albtraum erwacht und ein Engel flüstert mir jetzt zu, dass sich drei Ärzte davor massiv geirrt haben? Ich konnte diesen Satz nicht wirklich begreifen. Vor allem: „Wer die Diagnose gestellt hat??? Die Pränataldiagnostikern aus eurerKlinik. Steht ebenfalls im Computer!“, hätte ich am liebsten geschrien. Ich war auf jeden Fall realistisch genug, mir keine falschen Hoffnungen zu machen, sondern tat diese Untersuchung als: „Unter Ulk verbuchen!“ ab.

Aller zwei Tage lief ich nun brav in die Klinik und hoffte auf die erlösende Nachricht: „Wehen vorhanden, Muttermund offen, es geht wahrscheinlich bald los.“ – leider wurden diese Worte nie ausgesprochen, ich wollte aber unbedingt die natürliche Geburt.

Als ich nun am siebten Tag über dem Termin war und mal wieder zur Untersuchung in die Klinik schlappte, wurden meine Hoffnungen dann vollends zerstört und ich bekam es schon ein wenig mit der Angst zu tun. Frau Dr. E, die nun endlich wieder übernommen hatte, erklärte mir, dass der Föt (komischer Begriff für einen kleinen ungeborenen Menschen; Medizinerdeutsch halt) immer weiter in Richtung Bauchmitte abwandert und nicht, wie er soll, sich im Beckenboden einstellt. Aufgrund der geschätzten Kopfgröße (37cm) und des Gewichts (ca. 3800g) würde sie nicht mehr lange abwarten. Eine Einleitung könne ich schon erhalten, aber die Aussichten auf Erfolg seien wohl bei dieser Kindslage ziemlich schlecht. Zusätzlich könnte nicht so eingeleitet werden, wie bei „normalen“ Frauen, da ich bereits einen Kaiserschnitt erhalten hatte. Sprich, es liefe sicherlich am Ende dennoch auf einen Kaiserschnitt hinaus und ich solle mir das gut überlegen, denn dann hätte ich ggf. zwei bis fünf Tage gewartet, Wehen gehabt und mein Wunschergebnis trete dennoch nicht ein. Zusätzlich käme hinzu, dass mein Klinikaufenthalt unnötig in die Länge gezogen werden würde, was ich bei einem Kleinkind zuhause auch berücksichtigen müsse.

Ehrlich gesagt, weiß ich im Nachhinein nicht, ob man mich in den nächsten Kaiserschnitt rein quatschen wollte oder ob es tatsächlich medizinisch notwendig und klug war. Mein Gefühl sagte mir immer, dass eine Spontangeburt schon möglich ist, aber mein Verstand appellierte an mich und sprach: „Sue, du wolltest nie eine natürliche Geburt erzwingen und dem Säugling auch keinen Stress oder eventuelle Komplikationen zumuten. Also reiß dich zusammen und willige in den nächsten Kaiserschnitt ein!“. Was soll ich sagen „Herz über Kopf“ hat hier leider nicht gesiegt. Ausschlaggebend war letztendlich die Ultraschalluntersuchung, die mir eindeutig zeigte, dass das Baby nicht im Beckenboden lag wie ein paar Wochen vorher und eine Geschichte einer Freundin. Die hatte exakt dieselbe Diagnose erhalten und erzielte die gewünschte Geburt in einer anderen Klinik, allerdings mit Bauchrütteltechnik über Stunden, Zange, Nabelschnur beim Säugling um den Hals und mit einem „Sternenguckerbaby“ – will man das alles? Ich wollte das dem kleinen Mann definitiv ersparen. Da können mir viele „Schischi-Hebammen“ erzählen, was sie wollen, aber dieser Stress kann auch nicht gesund sein fürs Baby… Also willigte ich schließlich ein und musste noch unendliche Vorgespräche und Wartezeiten über mich ergehen lassen (8h in einer Klinik sitzen zu Coronazeiten mit Maske ist eigentlich für eine Hochschwangere eine absolute Zumutung, aber gut… Warum geht dieser ganze Verwaltungsquatsch eigentlich im Notfall so schnell???). Auf Eins bestand ich dann allerdings doch, wenn schon Kaiserschnitt, dann wenigstens am 21.01.21 – ein Datum, von dem ich zu Weihnachten nie gedacht hätte, dass ich es jemals erreichen würde. Zusätzlich ist es der Hochzeitstag meiner Eltern, was hoffentlich als ein gutes Omen zu sehen ist…

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