Drei Tage Klinikaufenthalt und erstes Kennenlernen

Nachdem unsere kleine Maus 10:05 Uhr geboren wurde, schob man mich und das winzige Bündel Mensch in das Zimmer, in dem ich auch auf die OP vorbereitet wurde. Mein Mann konnte trotz Corona die ganze Zeit bei uns bleiben und dafür war ich schon unendlich dankbar. Das gesamte Kreißsaal-Team war auch unglaublich lieb und kam immer mal wieder nach uns schauen und fragte, ob alles okay sei. Hätte ich gewusst, was mich sieben Stockwerke weiter oben erwartete, hätte ich es sicherlich nicht so eilig gehabt, auf mein Familienzimmer verlegt zu werden…

Zumindest das Einzelzimmer blieb mir nicht verwehrt. Ich habe auch darauf bestanden, auf keinen Fall vorher mit einer anderen Person und einem anderen Kind zusammengelegt zu werden. Aufgrund des kursierenden Virus hätte man dies aber wahrscheinlich eh nicht bei „Einzelzimmerkandidatinnen“ vorgehabt.

Eigentlich bin ich alles andere als kontaktscheu, aber bei meinem Großen erlebte ich in derselben Klinik etwas, was ich für mich persönlich total schrecklich fand. Frisch vom Kaiserschnitt wurde ich damals in ein Zimmer geschoben, in dem sich vier mir völlig fremde Männer, zwei Kleinkinder, die andere Mutter und ihr Baby befanden. Und nun kam ich da an mit herabhängendem OP-Hemd und einem Säugling eingewickelt in einem Handtuch, dass gern gestillt werden wollte. Ich fand es schrecklich. Man fühlte sich so ausgeliefert, denn aufstehen, um den Raum zu wechseln, war nicht möglich. Dies musste also beim zweiten Kind unbedingt verhindert werden und ich bat deshalb bereits am Vortag mit Nachdruck darum. Es wurde mir gewährt, Gott sei Dank!

Dennoch war ich natürlich total abhängig von fremden Personen, denn mein Ehemännchen verabschiedete sich irgendwann, da Juniore No.1 und der Hundling versorgt werden mussten; schließlich wurden diese auch schon fast zehn Stunden von Oma und Opa sowie meiner Schwägerin betreut.

Schon am ersten Abend hatten die Schwestern 20:30 Uhr eine Überraschung parat… Samu sollte dem Kinderarzt vorgestellt werden. „Bitte was???“, dachte ich mir. „Um diese Uhrzeit?“, frug ich nach. Im ersten Moment ging ich davon aus, dass dies mit der Hand zu tun haben muss, aber als ich später auch andere Frauen sah, war dies wohl eine Fehleinschätzung. Gut, nun war ich am Morgen operiert worden und eigentlich beim letzten Kaiserschnitt am selbigen Tag gerade einmal zwei Schritte gelaufen, bevor es mir den Kreislauf verspulte, aber dieses Mal musste alles anders laufen, denn mit meinem kleinen besonderen Samu geht niemand ohne mich irgendwohin.

Als ich dies mitteilte, wurde das nicht unbedingt freudestrahlend aufgenommen. Klar, die Alte musste nun im Bademantel, mit Katheder und im Rollstuhl mitgeschleift werden und dafür benötigt man Personal, das heute in fast jeder Klinik Mangelware ist. Ich sage es sehr ungern und ich habe es bei meinem großen Sohn nie ausgespielt, weil es mir aufgrund seines Gesundheitszustandes völlig wurscht war, aber dieses Mal spielte ich mich auf, wie man es wahrscheinlich schon hin und wieder auch von Privatpatienten erwartet… Ich wurde zur Diva oder zur Löwenmama oder zur Mozilla oder zu was auch immer, aber mein Sohn geht ohne mich nirgendwo hin. Ich glaube da war ich schon das Gesprächsthema der Station und bei vielen unten durch. War mir völlig egal. Nun ja, ich setzte meinen Dickkopf durch und wurde zur Untersuchung kutschiert, schön im Schlepptau meines Sohnemannes. Angekommen bei einer Wald- und Wiesen-Kinderarztassistentin erlebte ich die nächste geile Sache…

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