Good morning in the morning – neue Eskapaden im Spital

Am nächsten Morgen, gleiches Spiel, die nächste Untersuchung. ABER WARUM??? Denn nicht einmal 12h vorher waren wir doch gerade erst beim Arzt. Eine Erklärung wäre sinnvoll gewesen, blieb aber aus. Und wieder hieß es: Nicht ohne meine Mutter 😉. Und täglich grüßt das Murmeltier: Die dumme Eule aus Zimmer 44 muss mitgeschoben werden!

Im sogenannten „Kinderzimmer“ erlebte ich dann etwas, was ich auch nicht für möglich gehalten hätte, aber die jungen Schwestern heutzutage sind wahrscheinlich immer für Überraschungen gut. Gescheite Lehrlinge in der Pflege zu finden, ist mit Sicherheit nicht einfach, aber das war wieder der Knaller… Obwohl eine dunkelhaarige, große, aus dem Ostblock stammende junge Dame (nicht negativ gemeint, bin schließlich selbst von drüben) wirklich sehr engagiert und zuverlässig war, aber ihre Kolleginnen… Um Gottes Willen…

Das Kinderzimmer, wie es die Schwestern nannten, besteht aus mehreren angrenzenden kleinen Räumen, die über Glasfenster verfügen und damit Einsicht in die angrenzenden Zimmer bieten, weshalb ich die jungen Damen leider bei allen Aktivitäten beobachten konnte. Anstatt sich um die Mütter und ihre Säuglinge zu kümmern, hockten sich die Grazien lieber gegenseitig auf dem Schoß oder knipsten Selfies von sich mit ihren Handys. Gesprächsthema waren dabei ihre Bewertungsgespräche, die wohl zeitnah anstanden (sorry Mädels, die meisten von euch wären bei mir gnadenlos durchgefallen). Währenddessen lästerte man noch über die verschiedenen Mütter oder steckte die Köpfe zusammen und schaute in Richtung Samu. Eine dieser unfassbar klugen Gören brachte es sogar fertig, meinem Kind das Fieberthermometer in den Popes zu schieben, obwohl dieser noch voll mit Kot war. Als eine andere der wasserstoffperoxidverbleichten Dummbratzen Samu beim Ankleiden tanzen ließ und meinte, er sei doch aber so niedlich, stand für mich eins fest: Ganz ganz schnell auf die Beine kommen und bloß raus hier. Auch hier war ich wieder so perplex, dass ich der Sprachfähigkeit beraubt war und das als Germanistin und offiziell anerkanntem Krawallbiber.

Wenigstens war bei der Untersuchung ein mir sehr geläufiges und professionelles Gesicht anwesend. Frau Dr. M war bei meinem Großen super und auch dieses Mal gab es absolut nichts zu meckern. Dennoch wackelte ich ab dem zweiten Tag auf und ab durch mein Zimmer, um bloß schnell die Flucht ergreifen zu können. Dies gelang mir tatsächlich auch relativ zeitnah. Am Donnerstag kam Samu zur Welt und am Sonntag verließ ich schnurstracks die Klinik, obwohl mir für den Montag noch ein Gespräch mit der Handchirurgin im Haus in Aussicht gestellt wurde – war mir völlig egal, dann komme ich eben noch einmal und lasse auch den Coronatest über mich ergehen, aber ich wollte heim und zwar sofort.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass mir vier Dinge in der Klinik meinen Aufenthalt und meine Kennenlernphase mit meinem Sohn „verhagelt“ haben: Die Kinderärztin am Abend der Entbindung, die Schwesternschülerinnen (außer Mrs. Ostblock; sollte sie das je lesen, hoffe ich, dass sie das keinesfalls negativ aufnimmt), ständige Neugier von allen Seiten und der Spruch: „Darf ich das mal sehen“ und das 24h schreiende Baby im Nachbarzimmer. Dass ich mein „Spezialessen“ als Privatpatientin erst am Samstag erhielt, war dabei nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Obwohl ich jetzt viel geschimpft habe, möchte ich dennoch auch Positives hervorheben, denn zu Yin gehört schließlich auch Yang… Das Gyn-Team war toll, ebenso zwei Nachtschwestern (Frau „Füchsle“, Namen nur leicht verändert, und Frau „Ossi“, sie verzeiht mir den Kosenamen hoffentlich ebenfalls, immerhin bin ich auch eine Schwester des ehemaligen Ostens) sowie mein Ausblick auf die Großbaustelle (und das meine ich keinesfalls ironisch). Natürlich last but not least erhellte mein Kind den Krankenhausaufenthalt. Das unfassbar niedliche Wesen auf meinem Arm, die Nähe zu ihm und unsere Zweisamkeit ließen vielen Ärger vergessen. Nach der Abschlussuntersuchung des Kinderarztes „Dr. Hart, aber herzlich“ ging es nach weiterer sechststündiger Wartezeit auf einen noch ausstehenden Gynäkologen-Entlass-Termin auf eigenen Wunsch nach Hause; sprich die Lorenz hat sich selbst entlassen (natürlich nicht ohne nen Affentanz am Ende zu veranstalten) und erhielt ihren Entlassbrief Tage später nach Hause – völlig Wurscht, schnell weg mit meinem kleinen Samu Rai.

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