Termin im SPZ Nr.1

Im März stand nun unser erster vielversprechender Termin im SPZ unserer Stadt an; so zumindest die Hoffnung. Ich dachte Aufschluss darüber zu erlangen, ob für mein Kind die Beantragung eines Pflegegrades sowie ein Behindertenausweis überhaupt Sinn machen, bzw. ab welchem Alter dies empfehlenswert ist. Ebenso wollte ich Informationen darüber erhalten, wie sich das mit Physio- und Ergotherapie verhält.

Mein Morgen am 19.03. begann allerdings schon nicht so erquickend. Da mein Mann Frühschicht hatte und somit bereits um 4:15 Uhr das Haus verließ, blieb das Gassi gehen mit unserem Hund inklusive Kleinkind bei Regen an mir hängen. Meinen Großen nahm netterweise eine Freundin mit in die Kita, damit wenigstens dieser zusätzliche Stress bei einem wichtigen anstehenden 9:00 Uhr Termin entfiel. Abgehetzt saß ich nun bereits angezogen, aber stillend, 8:25 Uhr auf der Couch, um brav 8:40 Uhr das Haus verlassen und zur Klinik fahren zu können (eins ist dabei sicher: ich habe nicht viele Talente, aber organisieren, strukturieren, planen und Termine verwalten, das kann ich!!!), als plötzlich das Telefon klingelte. „Frau L., sind Sie schon im Haus?“, quäkte es ins Telefon. „Ähm, nein, aber gleich. Ich habe ja aber auch erst 9 Uhr einen Termin.“, antwortete ich. „NEIN! 8:30 Uhr!“, entgegnete die Dame am Telefon. Ich dachte, dass es nun mit mir zu Ende geht, Dank Stilldemenz, holte aber zur Überprüfung meinen Timer. Dort war jedoch ganz klar die Uhrzeit: 9 UHR vermerkt. Nach gefühlter Ping-Pong-Schleife am Telefon, wer jetzt Recht hätte, bat ich die freundliche Frau um eine Lösung. „Na dann kommen Sie halt noch. Kann dann halt sein, dass man weniger Zeit für Sie hat.“, bekam ich auf die Ohren. Naja, ich will nicht überheblich sein, aber dass man sich für Privatpatienten weniger Zeit nimmt, ist mir irgendwie noch nie passiert, denn die sollen ja gern wiederkommen.

Also zog ich nun meinem Kind die Brustwarze weg, packte es hastig in den Maxi Cosi und fuhr mit erhöhter Geschwindigkeit stinksauer zur Klinik. Bei Madame B, mit der ich telefoniert hatte, meldete ich mich an und führte noch einmal eine ähnliche Diskussion mit ihr wie bereits 15min zuvor. Mit dem Ausgang, dass sie mir verklickern wollte, dass Sie am Empfang die Termine telefonisch vergebe und Irrtum ihrerseits ausgeschlossen sei. Aha, ein Wunder an Mensch also…

Sei es drum, ich schluckte meinen Ärger runter und begab mich ins Wartezimmer, aus dem mich bereits 5min später Frau Dr. K, eine nette und freundliche, etwas ältere Kinderärztin abholte. Wir führten zu Beginn ein kurzes Gespräch, warum ich mich ans SPZ gewandt habe. Ich erläuterte ihr, dass ich mir weniger die Aufklärung von medizinischen Fragen erhoffte, sondern vielmehr, wie es mit Samu und den Therapien weitergehen kann. Ebenso, wie es sich mit Anträgen verhält (wie bereits oben dargelegt).

Zunächst wurde unsere Maus eingehend untersucht. Dabei wurde nichts anderes festgestellt, als bei den anderen Kinderärzten auch – keine Hand, aber sonst fit und gesund. Ein wenig zittrig vielleicht, aber das ist Samu immer, wenn er sich aufregt oder ihm kalt ist. Danach fertigte Dr. K einen Familienstammbaum an und befragte mich zu unseren Familienmitgliedern sowie deren Erkrankungen – ähnliches haben wir ja bereits im Genetikum erstellen lassen. Wenn ich das gewusst hätte, dann hätte sich die Ärztin hier die Zeit sparen können, denn das war ja bereits zu Papier gebracht worden und mitbringbar… Naja, nun galt es halt alles noch einmal zu berichten. Auch mit Frau Dr. T, die Handchirurgin, die Samu bereits untersucht habe, hätte sie in Vorbereitung auf unser Gespräch Kontakt aufgenommen. Diese ließ wohl ausrichten, dass sie mit Frau Dr. Hülsemann aus HH Kontakt aufgenommen habe und diese ihr mitteilte, dass wir Samu mit 1,5 Jahren, vorzugsweise an einem Donnerstag, vorstellen sollten. Warum dies ausgerechnet nur an einem Donnerstag gehen solle, ist mir zwar nicht klar, aber gut. Vielleicht kann uns das ja in M. (kleines Städtchen im Süden Deutschlands) erklärt werden, dort haben wir nämlich einen Termin erhalten, zu dem auch der Spezialist aus HH, Herr Dr. Prof. Habenicht anwesend sein wird.

Nach der Abklärung der medizinischen Fragen war nun Zeit für meine. Leider hieß es im Hinblick auf Physiotherapie und Anträgen nur, dass dies nur umfassend von den Spezialisten im Haus beantwortet werden könne. Frau Dr. K würde meine Anliegen weiterleiten und man trete dann wieder telefonisch mit mir in Kontakt. Super… Ehrlich gesagt hatte ich mir Aufklärung in allen Bereichen mit einem einzigen Termin erhofft. Immer wieder in die Seuchenhölle Krankenhaus zu fahren in Zeiten von Corona fand ich ehrlich gesagt nicht so prickelnd. Deshalb war der erste Termin insgesamt etwas ernüchternd, denn die medizinische Untersuchung hätte es meiner Meinung nach nicht gebraucht. Klar, wenn Samu dort therapiert werden kann, bis er 18 Jahre alt ist, worauf man wohl bis dahin Anspruch hat, dann natürlich schon, aber auch dann wäre mir ein Gesamttermin mit einem Physiotherapeuten und dem Sozialdienst lieber gewesen. So heißt es: Fortsetzung folgt…

Anmerkung zum Beitragsbild: Das hier verwendete Bild entstammt der folgenden Internetseite (https://www.caritas-region-trier.de/hilfe-und-beratung/lebensphasen/kinder/sozialpaediatrisches-zentrum/sozialpaediatrisches-zentrum). Ich möchte darauf hinweisen, dass unser SPZ nicht das in Trier ist.

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