Instagram

Lange Zeit habe ich mich vor Social Media Plattform Instagram gedrückt. Ich meinte immer, dass durch diese Art Schauplatz der Untergang des Abendlandes bevorstehe. Denn sind wir mal ehrlich, viel Text findet man dort nicht. Oft posten Pseudoprominente, oder die, die es werden wollen, völlige Belanglosigkeiten aus ihrem täglichen Leben – und das leider oft sogar mit Bild und Ton. Nicht selten kommt es dabei vor, dass man sich als einigermaßen gebildeter Bürger einfach nur noch fremdschämen möchte. Ein anderer Teil der Bevölkerung lacht sich eben kaputt und vergeudet mehrere Stunden seiner wertvollen Zeit vor seinem Handy, um sich eben diesen Blödsinn reinzuziehen: Wer ist wieder schwanger und von wem? Welcher Serienschrott hat mit welcher Orgie die Zuschauer überzeugt? Hatten GNTM’s Spinatknödel zum Mittagessen oder sogar Burger? Was packen Meghan und Harry noch über das britische Königshaus aus? Welche Peinlichkeiten postet Donald Trump (oder ist der mittlerweile dort gesperrt?)? – ganz ehrlich: Who cares??? Leider wohl eine ganze Menge an Leuten mit viel viel Zeit…

In Vorbereitung auf diesen Blog habe ich mich durch die Freundin meines Schwagers belehren lassen, dass heutzutage niemand mehr Facebook benutze. Die Jüngeren seien alle auf Instagram umgestiegen. Die Jüngeren… wie das klingt… als käme ich aus der Steinzeit. Aber gut, da ist es wieder das verdammte Karma, habe ich doch früher auch alle Ü30 als Gruftis bezeichnet. Es schlägt immer zurück, denkt dran! „Na gut, dann zeig mal her!“, ließ ich mich doch hinreißen.

Wie vermutet, konnte ich mich zunächst nicht damit anfreunden. Alles wirkt so profan, trivial und oft ohne Sinn und Verstand. Gut, lebte man nicht schon in Rom nach dem Motto: Gebt den Leuten Brot und Spiele? Nichts anderes ist die Unterhaltungsindustrie heute. Immer schön ablenken von den wirklich wichtigen Dingen, damit der Großteil der Bevölkerung die Klappe hält. Aber das wäre ja jetzt fast ein eigener Beitrag wert. Keine Angst, Samus Blog wird nicht für politische Zwecke missbraucht, also zurück zum Thema…

Ich ließ mich überreden, ein Profil anzulegen, um mehr Menschen mit meinem Blog zu erreichen. Nach nunmehr einigen Monaten der Nutzung muss ich auch etwas zurückrudern. Einige positive Aspekte habe ich Instagram nun doch abgewinnen können. Beispielsweise gibt es eine junge Frau aus München, die veranschaulicht, wie es wunderbar möglich ist, mit nur einer Hand alles um Leben zu bewältigen. So zeigt sie, wie es geht, sich die Schuhe zu binden oder im Restaurant mit Messer und Gabel zu essen. Auch tilly.lockey, eine junge Frau aus GB, der beide Arme fehlen, ist sehr inspirierend und schenkt mir unglaublich viel Mut. Weiterhin habe ich sehr liebe Kontakte durch dieses Internetportal knüpfen können und lerne auch immer mehr Personen weltweit kennen.

Ebenso gibt es schon auch Nützliches zu abonnieren: Tagesguck, Ausflugsziele mit Kindern, Fitnessvideos oder auch Reisetagebücher und so weiter. Und ja, ich gestehe… Auch ich konsumiere natürlich mittlerweile Promiflash, Daniela Katzenberger und Co., denn jeder braucht wahrscheinlich das gewisse Maß und Klatsch und Tratsch, um den Alltagssorgen zu entfliehen. Also ja, bitte bespaßt mich weiter mit euren Posts, die eigentlich die Welt nicht braucht.

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