Zoomkonferenz Herz über Kopf

Es war an einem Morgen Ende November, als M und ich es endlich geschafft hatten, einen gemeinsamen Termin zu finden. Ich war ganz gespannt, ob meine technischen Fähigkeiten in der Elternzeit so eingerostet waren, dass ich das mit der anstehenden Zoomkonferenz verkacke oder ob es reibungslos durchlief.

Da ich ja nach wie vor der Oberkontrolletti bin, hing ich seit halb zehn vor einem Bildschirm, der erst 10 Uhr mit mir sprechen sollte. Macht aber nix, denn ich habe schließlich immer etwas zu tun: Samus neues Bett heraussuchen, E-Mails schreiben, Zahnarzttermine vereinbaren etc.. Viertel nach zehn allerdings zweifelte ich an mir, ob ich es mal wieder verbockt hatte mit der Technik, und Mist diesmal gar kein Oberstufenschüler in der Nähe, der helfen kann.

Also tippte ich M eine kurze WhatsApp-Nachricht. Diese antwortete auch sofort und informierte mich, dass es gleich losginge, aber es länger gedauert hätte mit einem Patienten vor mir. Gut, das technische Rindvieh Sue wieder gedanklich eingefangen und brav abgewartet. Circa 10:20 Uhr begann meine Sitzung, die ich mir im Vorfeld sehr kontrolliert und ganz anders vorgestellt habe.

Irgendwie entfiel das ganze Smalltalkgedöns zu Beginn, was ich eh für absolute Zeitverschwendung halte, und M kam gleich zur Sache. Gab es da nicht mal son Film „Zur Sache, Schätzchen“? Der Inhalt ist sicher Lichtjahre von meinem Thema entfernt, aber die Überschrift hätte ich für den Blogbeitrag auch gut vorstellen können.

Ich wurde also direkt gefragt, was mein Anliegen sei. Genau das hatte ich im Übrigen auch erwartet. Brav erzählen, ein paar Zwischenfragen erhalten, paar Tipps bekommen, wie ich die Themen angehe, schönen Dank und auf Wiederhören, bis zum nächsten Mal, Frau Blümchen.

Es kam anders. Ich berichtete natürlich schon zu Beginn, weshalb ich unüblicherweise den Kontakt zu einer Person suche, die mal eben 500km entfernt lebt. Ja, weil die üblichen Verdächtigen leider am Ende mit ihrem sogenannten Latein mit mir sind, obwohl gerade die das doch hoch und runter gepaukt hatten…

Während ich also in einen kleinen Laberfluss geriet, stellte mich M zeitgleich in mein Energiefeld (zumindest habe ich das so verstanden). Dabei wurden mir immer Zwischenfragen gestellt.

Was ich als Erstes total spannend fand, war, dass es schon energetisch gesehen wohl problematisch ist, wenn man per Kaiserschnitt entbindet, aber zunächst nicht bzw. nicht nur für den Säugling, sondern eben auch für die Mutter. Der Druck, der durch das Pressen nicht entweichen könne, lasse wohl den Körper unruhig werden, hippelig, unausgeglichen. Ein Grund für meine zunehmende Ungeduld, Projektsucht, Angespanntheit? Klingt für mich zumindest irgendwie ziemlich plausibel.

Selbstverständlich werden die Rationalisten unter uns zehntausend andere Gründe finden, weshalb ich diese Gemütszustände aufführe. Aber hey, hinterfragt euch doch mal, warum ihr euren Partner oder einen Freund liebt und andere eben nicht. Gemeinsame Interessen sind nicht immer die Antwort auf alles, denn schließlich gibt es das Sprichwort: Die Chemie muss stimmen. Gefühle lassen sich schwer rational erklären. Das Erlebte hier auch nicht, aber es leuchtete mir ein, dass man das „Geburtstrauma“ eventuell auflösen sollte.

Immer wieder war auch mein inneres Kind Thema. Auch, dass ich einen Konflikt mit einer Person klären müsste, welcher mit ca. 14 Jahren aufgetreten war und mich stark prägt und belastet. Ich möchte an dieser Stelle gar nicht so genau darauf eingehen, um was es hierbei genau ging oder um wem, weil es einfach absolut persönlich ist, aber ich möchte euch hierbei zum Ausdruck bringen, dass es einen Vorfall in exakt diesem Alter gab und die Heilpraktikerin das keinesfalls hätte von irgendjemanden wissen können. Wir versuchten die Thematik auf jeden Fall zu lösen. Ob es geklappt hat, werde ich wahrscheinlich irgendwann sehen oder vielmehr spüren.

Als hätte ich hierbei nicht schon Rotz und Wasser geheult, und jeder, der mich kennt, weiß, dass dies so gar nicht typisch für mich ist, kam natürlich irgendwann Samu zur Sprache. Das mein kleiner Spatz meine Achillesverse ist, ist auch nichts Neues, aber das dieser plötzlich zu mir sprach, ließ alle Dämme brechen. M hatte mich und meinen Sohn zusammen in ein energetisches Feld gestellt und teilte mir mit, dass es Samu so ganz und gar nicht schlecht ginge oder er auf irgendeine Weise unzufrieden sei. Im Gegenteil: ER SEI IN MEIN LEBEN GETRETEN, UM MICH ZU HEILEN!!! Von meiner Schuld, die meine Seele empfindet, für Dinge, die im Diesseits nicht mehr greifbar sind (auch darauf möchte ich hier gar nicht näher eingehen).

Ihr Lieben da draußen, glaubt mir bitte eins, der Verstand sagt natürlich auch zu mir: „Ja, klar!“. Aber es ist mir scheißegal, wie das klingt, was Leute von mir dachten oder in Zukunft denken (ich löse mich auch hier immer mehr von dem irrealen Glauben everybodys darling sein zu können), aber ich habe eine unglaubliche Seelenruhe in diesem Moment erfahren und gespürt. Eine Sorglosigkeit, die ich noch nie, seit dem 2.September 2020, im Bezug auf meinen kleinen Sonnenschein empfunden habe und ehrlich gesagt lohnte sich genau deshalb die Sitzung Herz über Kopf.

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