Samus Pflegegrad – die Entscheidung

Kurz nachdem wir aus dem Urlaub zurückgekommen waren, trudelte ein Brief der Krankenkasse bei uns ein. Ich wusste, dass weder ich noch mein Kind eine Arztrechnung erwarteten; Privatpatienten gehen da nämlich immer brav in Vorleistung und nein, uns werden nicht alle Kosten erstattet. Zwar stellt es oft einen Vorteil dar, wenn man einen Termin bei einem Spezialisten braucht, aber auf der anderen Seite bin ich schon ganz oft auf Rechnungsbeträgen sitzengeblieben, die einfach aus Grund xy nicht erstattbar seien. Das ist etwas, was ich in der gesetzlichen Versicherung nie erlebt hatte, es gab eine bestimmte Leistung oder eben auch nicht, fertig.

Sei es drum… ich wusste jedenfalls, dass es der Bescheid sein müsste, bei dem es um den Pflegegrad meines Kindes geht. Ich drehte also den Brief von einer Seite zur anderen und wieder zurück. Als könnte ich dadurch den Inhalt erraten. Innerlich machte ich mich schon darauf gefasst, dass die Entscheidung nicht zu unseren Gunsten ausgefallen war, da mir dies die Dame des medizinischen Dienstes ja schon in Aussicht gestellt hatte.

„Ok, Sue! Aufmachen, lesen, aufregen, Anwalt konsultieren.“, ging es mir durch den Kopf. Also atmete ich ein, ich atmete aus und riss den Brief auf und las. Ich las es noch einmal und noch einmal, um auch wirklich den Inhalt 100%ig richtig zu erfassen. Da stand es tatsächlich schwarz auf weiß:

„Sehr geehrte Frau Lorenz,

das Gutachten des Medizinischen Dienstes der privaten Pflegepflichtversicherung liegt uns nun vor. Der Gutachter bestätigt, dass die Voraussetzungen für den Pflegegrad 2 erfüllt sind.“

Ich machte einen Luftsprung und begann innerlich ein Freudenfest abzuhalten. Konnte es wahr sein, dass ich mal ohne erbitterlichen Kampf etwas in meinem Leben erreicht hatte? Ganz ohne Anwalt? Ohne Zeitaufwand? Ohne Stress? Ernsthaft?

Im Nachhinein wollte ich schon meinen Artikel „Mrs. Spaßbefreit reist an“ abmildern, habe mich aber dagegen entschieden. Denn ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, Betroffenen und allen denjenigen, die es lesen wollen, ehrlich zu schildern, wie wir gewisse Situationen, Untersuchungen oder Personen dabei erlebt haben und dafür bedarf es eben keiner rosaroten Brille, sondern der nackten Wahrheit. Inwiefern die Entscheidung letztendlich auf die Beurteilung der Dame zurückzuführen ist, wage ich eh zu bezweifeln. Sie wird einfach die Punkte auf ihrer Liste abgearbeitet haben und gut. Eine abschließende Begutachtung aus der Ferne nimmt sicherlich die Pflegekasse selbst vor, indem mit ähnlichen Fällen verglichen wird.

Es war mir letztendlich auch völlig egal, wie es nun plötzlich doch zu einem positiven Ergebnis kam, wichtig war es, dass uns der Pflegegrad und damit auch die einhergehenden Leistungen zugesprochen wurden. Da ich Beamtin bin, musste ich mit diesem Schreiben natürlich nun noch meinen Anspruch bei der Beihilfestelle geltend machen, was zwar wiederum viel Papierkram bedeutete, wobei ich mir aber hinsichtlich der Zahlungen überhaupt keine Gedanken mehr machte.

Ich weiß, dass betroffene Familien wie wir oft damit hadern, ob man einen Pflegegrad beantragen sollte, aber bei näherer Betrachtung ist uns kein Grund eingefallen, weshalb nicht. Selbstverständlich hätte ich auch gern ein komplett gesundes Kind und wäre auf den ganzen Quatsch nicht angewiesen, da es aber nun mal nicht so ist, und mein Kind sicherlich Therapiebedarf in seinem Leben haben wird, ich deshalb nicht so in den Beruf zurückkehre, wie ich das vorhatte, sehe ich mich in keinster Weise als jemand, der die staatlichen Leistungen ausnutzt. Auch hat man in seinem Job dann noch einmal andere Rechte, wenn man jemanden betreut, der pflegebedürftig ist. Mir fiel also nach langer Überlegung kein Grund ein, den Antrag nicht zu stellen und ich möchte hiermit jeden ermutigen, keine falsche Bescheidenheit an den Tag zu legen. Glaubt es mir: der Staat schenkt einem nichts, was einem nicht auch zusteht.

Samus Geschwister

Wie Inklusion am besten funktioniert, können wir in der Tat von kleinen Kindern und Tieren lernen. Diesen ist es nämlich in der Tat sch… egal, was jemand hat oder eben auch nicht.

Ich habe es jetzt in Samus erstem Jahr immer wieder erlebt, dass Kinder zwar fragen, ob die Hand noch wächst oder warum er nur eine hat, aber nach der Erklärung war es immer auch gut. Wir haben bis jetzt, und ich klopfe kurz auf Holz, noch keinerlei diskriminierende Erfahrungen mit jüngeren Kindern gemacht.

Auch unser großer Sohn hat nach Samus Geburt NIE wieder thematisiert, dass sein Bruder nur eine Hand hat. Er wird genauso in sein Spiel eingebunden wie seine Kumpels. Wie selbstverständlich gibt er Samu die Spielsachen in die linke Hand, mit der er auch greifen kann. Dabei wurde noch nie kundgetan, dass es blöd sei, dass sein Bruder keine zwei Hände hat. Es spielt tatsächlich überhaupt keine Rolle. Geschont wird er auch absolut nicht, sei es beim Toben oder beim Kuscheln, es wird, so herrlich normal, überhaupt keine Rücksicht genommen.

Ebenso erlebe ich immer wieder, dass unsere große Maus voller Stolz seinen „Brudi“ präsentiert, wenn er auf neue Leute trifft. „Habt ihr eigentlich schon meinen Samu kennengelernt?“, ist dann oft sein erster Satz. Ich schätze diese Offenheit so sehr und diese bedingungslose Liebe seinem Geschwisterchen gegenüber. Seine Einschränkung spielt für ihn überhaupt keine Rolle, er achtet nicht auf Blicke, ihn interessieren die Gedanken der Erwachsenen nicht – ihm ist einfach alles so wunderbar egal. Ein tolles Vorbild, besonders für die Mama.

Wen ich auch so unfassbar liebe in Hinblick auf seine Geduld, ist unser Familienhund, unser Erstgeborener wie wir ihn spaßeshalber nennen. Obwohl Jamie ein unglaubliches Charaktertierchen ist und gern seinen eigenen Weg geht, besonders wenn es draußen so gut nach Weibchen riecht, ist er bei den Kindern beispielslos geduldig. Ihn bringt einfach gar nichts aus der Ruhe. Am Schwanz fassen, an den Barthaaren ziehen, Zähne anschauen, drauf sitzen – alles gar kein Problem für unser blondes Familienmitglied.

Schon als unser erster Sohn auf die Welt kam, wurde er akzeptiert wie ein Welpe. Der Maxi Cosi musste bewacht werden und unters Babybett kroch man ebenfalls fürs Wohlbefinden. Oft haben wir gedacht, dass wir den Hund schützen müssen vor dem sehr lautem Babygeschrei. Wenn wir ihn dann aber aussperrten, wurde vehement vor der Tür mit lautem Fiepen nach Einlass begehrt. Also ließen wir ihn immer neben seinem menschlichen Bruder schlafen und diesen bewachen. Was Nichttierbesitzer dazu sagten, ging mir mit der Zeit auch immer mehr am A… vorbei. Den beiden tat es gut und wem es nicht passte, sollte doch bitte einfach die Augen schließen oder ganz wegbleiben. Da wurde ich immer radikaler. Denn wir lieben unser Haustier ebenfalls ganz arg und er ist eben zum Familienmitglied geworden, Punkt.

Samu und Jamie haben eine noch engere Bindung als mein Erst- und Zweitgeborener. Das machte sich schon sehr früh bemerkbar. Obwohl unsere jüngste Maus wie ein Opernsänger sang (ihr wisst stundenlang), schreckte das den Felligen in keinster Weise ab. Im Gegenteil sie suchen beide immer die Nähe des anderen.

Als Samu begann zu krabbeln, musste Jamie immer hinterher und im Gegenzug wurde morgens nach dem menschlichen Brudi zu allererst nach dem Hund geschaut. Wer interessiert sich schon für Mama und Papa…

Auch von Tieren können wir meiner Meinung nach lernen, wie ein gelungener Umgang mit allen Lebewesen funktioniert. Es ist wirklich egal, wie jemand aussieht: stehende Ohren oder Schlappohren, groß oder klein, dick oder dünn, vier Pfoten oder drei, blind oder sehend, humpelnd oder laufend – alles völlig Wurscht. Man kann sich eben leiden bzw. riechen oder eben nicht. Dass man allerdings jemanden ausgrenzt, weil er anders aussieht, wird man bei Tieren niemals erleben. Vielleicht sollte man ja manche Menschen mal in die Hundeschule schicken, aber eben nicht, damit das Tier lernt…

Neulich habe ich mal gelesen: „Weil ich einen Bruder habe, habe ich für immer einen Freund.“ Samu hat gleich zwei, seinen menschlichen und seinen felligen, die ihn über alles lieben, auf ihn aufpassen und beschützen und dafür bin ich den beiden so unendlich dankbar, denn ich weiß, dass sie immer hinter ihm stehen und ihm Kraft spenden werden.

Urlaub am Comer See

Im August begaben wir uns in unseren ersten Familienurlaub an den Comer See (Italien). Samu war mittlerweile neun Monate alt und ein aufgewecktes, kleines Kerlchen. Seine anfängliche Schreiphase hatte er zwar überwunden, allerdings war er dennoch ein Skeptiker und ganz und gar nicht ein Sonnenscheinchen fremden Menschen gegenüber, wie man dies von seinem Bruder gewöhnt war.

Ich hatte als aller erstes Bammel, wie sich den nun die etwa achtstündige Autofahrt gestalten würde, denn das ist ja bei Kindern immer so eine Sache, der eine steckt es locker weg, der andere sagt spuckend jedem Rastplatz auf der Autobahn „Grüß Gott!“. Schweißgebadet setzte ich mich also nach hinten zu meinem Großen, während Samu im Maxi Cosi entgegen der Fahrtrichtung die tolle Aussicht auf den Sitz vor sich genoss – ganz ehrlich, spannend ist anders. Er machte es aber wirklich erstaunlich gut und meine anfängliche Panik erwies sich als völlig unbegründet. Mal abgesehen von gelegentlichen Heißhungerattacken blieb der kleine Schnuppi friedlich und schonte Mamas Nerven. Der Urlaub konnte also beginnen.

Da wir ja nun nicht nach Sibirien gefahren waren und es somit nicht zur Debatte stand, mein Kind und seine kleine Hand, wie wir seine rechte Glücksflosse mittlerweile liebevoll nennen, in einen dicken Winteroverall zu hüllen, musste ich mich nun auch innerlich wieder darauf vorbereiten, dass ich mit Blicken rechnen muss.

Wir hatten ein traumhaftes Domizil mitten am See gebucht. Ich glaube unter normalen Umständen wäre dies auch schon eine Million Jahre im Voraus ausgebucht, denn eine Unterkunft, die ein Haus mit einer Terrasse direkt am See bietet inkl. Strandzugang gab es wohl auch nur aufgrund der Corona Pandemie. Da uns diese allerdings mächtig auf den Sack ging und wir uns nicht mehr einsperren lassen wollten, wagten wir die Reise nach Italien und fanden dieses Juwel.

Auch wenn der Vermieter nur italienisch sprach und sein Englisch von jedem Vorschulkind ergänzt werden könnte, kamen wir irgendwie mit der Hausübergabe klar. Ich bemerkte, dass er Samu in seinem Maxi Cosi eine Weile betrachtete und sicherlich auch feststellte, dass etwas anders war, er wirkte dabei jedoch so, als hätte er im Gespräch danach nicht klar sagen können was. Sicherlich kann ich mich hierbei täuschen, es war jedoch mein Gefühl oder meine Eingebung und wie wir ja wissen… Hihi, Sues Intuition ist meistens nicht ganz so schlecht.

Die erste Begegnung mit einem Fremden im Urlaub war damit überwunden und oh Wunder, es war überhaupt nicht schlimm. Wahrscheinlich findet vieles einfach nur in meinem Kopf statt, aber den Schalter zum Abstellen habe ich eben leider noch nicht gefunden. So wartete der nächste Test auch schon wenige Stunden auf mich, denn unser Großer zog plötzlich seine Badehose an. Faszinierend, wie Kinder plötzlich über motorische Fähigkeiten verfügen, die sie vorher vehement bestritten haben, indem Sätze geäußert werden wie: „Ich kann mich nicht allen an- und ausziehen, du musst mir helfen, MAMA!“. Übrigens erlebe ich dabei sehr selten, dass die Papas gebeten werden, die das ohne Zweifel genauso gut können. Nein, Mama muss ran und das mit Säugling im Arm und abschleckendem Hundling, da man sich plötzlich in der Hocke befindet – aber ja: „Wir schaffen das!“, sagte ja bereits eine Muddi der Nation.

Wir mussten also augenblicklich zum See aufbrechen und da wir uns immer noch nicht in Sibirien befanden und es scheiße heiß war, musste meine kleine Maus natürlich mit und zwar im kurzen Body. Am Ufer des Sees tummelten sich schon jede Menge Badegäste und so gesellten wir uns dazu, während unser Hund auf der Terrasse unseres tollen Ferienhauses über uns thronte und aufpasste, dass auch ja keiner ertrank. Diese Panik wurde mit lautstarkem Zurückfiepen begleitet. Somit war nicht mein Kind die Hauptattraktion, sondern mein blondes, trotteliges Schaf, wie ich ihn gern nenne, der zur Belustigung der Leute beitrug. Kennt das eigentlich jemand von euch, wenn man sich zu Tode schämt, während es alle ringsherum eher amüsant finden? Also mich machte mein Hund grundnervös, weshalb ich beschloss mich zu meinem Labbi zu begeben und mit ihm darüber zu wachen, dass Papa und K1 (erstes Kind) nicht ums Leben kamen. Das Positive an der Sache war, dass mich Marlo Jamie of Monrepos (ja, so heißt das Tierchen tatsächlich) so ablenkte, dass ich meine ganzen Sorgen um Samu glatt vergessen hatte.

Am Nachbarzaun wartete allerdings gleich die nächste Bewährungsprobe auf mich… Und bitte versteht mich nicht falsch, ich möchte noch einmal ganz dringend darauf verweisen, dass ich mein Kind über alles liebe, aber ich war zu diesem Zeitpunkt noch ganz und gar nicht in der Akzeptanz mit meinem/ unserem Schicksal. Wie sich das änderte, werde ich noch berichten.

So stand da nun also auf dem Nachbargrundstück eine unglaublich positiv wirkende ältere Dame, die mich an die „alte Kate Winslet“ (keine Ahnung wie die Schauspielerin heißt) aus dem Film Titanic erinnerte. Sie sprach nur Italienisch, und damit meine ich nur Italienisch, kein einziges Wort auf Englisch, Deutsch etc. – nada. Dennoch wissen wir ja alle, dass Kommunikation nicht nur über Sprache funktioniert, also verstand ich auch ohne klare sprachliche Äußerungen, aufgrund ihrer Gestik, dass wir näher treten sollten.

Was soll ich sagen, ich hätte fast geheult, wie liebevoll sie mit Samu interagierte. So eine unfassbar liebe Person war das und mein kleiner Sonnenschein hatte seine helle Freude an den Lauten, die so ganz anders klangen als Mamas und Papas Geplapper. Kein einziges Mal hatte ich das Gefühl, dass sie mein Kind mit anderen Augen betrachtete als irgendeinen anderen Menschen auf dieser Welt und sie nahm mir komischerweise auch meine ganze Angst im Hinblick auf andere Begegnungen in diesem Urlaub. Sie erfüllte mein Herz mit einer unfassbaren Wärme jedes Mal, wenn wir sie in dem einwöchigen Aufenthalt trafen. Schade, dass ich ihr das nie verbal kommunizieren konnte. Ich hoffe, sie hat es einfach gefühlt…

Ein Tag auf dem Bauernhof

Ein weiterer wichtiger Meilenstein auf meinem Weg hin zur Normalität war der Besuch mit Freunden auf einem großen Bauernhof. Ich kann euch gar nicht sagen, wie wichtig gute Menschen um einen herum sind, um in die Akzeptanz mit seinem Schicksal zu kommen. Es hilft unglaublich, wenn es Personen und auch Kinder im eigenen Umfeld gibt, die mit Betroffenen einfach völlig normal interagieren.

So trafen wir uns im August mit guten Freunden auf einem Schaubauernhof mit vielen tollen Attraktionen für Kinder. Es war Sonntag, es war warm und es waren viele Besucher da. Ihr versteht, was ich euch damit sagen will? Ganz genau, verstecken war gestern.

Selbstverständlich fühlte ich mich immer noch nicht hundert Prozent wohl in meiner Haut, aber es tat unfassbar gut, dass alle anderen mir ein völlig anderes Gefühl vermittelten. Meine Freundin schleppte Samu von A nach B, scherzte mit ihm, erklärte ihm die Welt und ließ ihn einfach mit den Großen mitspielen. Völlig unbeschwert, völlig angstfrei, völlig normal.

Samu schaute den Schafen zu, wurde zu den Pferden hoch gehoben, planschte im Wasser, und verständigte sich mit seinen Zweiwortbrabbellauten mit den größeren Kindern. Es war einfach so toll mit anzusehen, dass es für die Kinder von meiner Freundin überhaupt kein Thema war und ist, dass der Kleine ohne rechte Hand zurecht kommen muss. Es wurde einmal kurz erklärt, dass Samu so geboren sei (hierbei hatte ich ja nun dazu gelernt, bloß keine Heldengeschichten) und die Sache war geklärt. Auch für unseren großen Sohn stellt diese Einschränkung keinerlei Problem dar. Es war kurz nach dem Einzug von Samu eine Woche lang thematisiert worden und danach hatte es mein damals Zweijähriger akzeptiert und verlor nie wieder ein Wort darüber. Im Gegenteil, Samu wurde überall stolz mit den Worten: „Hast du eigentlich schon meinen Brudi gesehen und kennengelernt?“, vorgestellt.

Man kann von der unendlichen Leichtigkeit der Kinder so viel lernen. Denn es sind unsere Glaubenssätze, unsere Erfahrungen, unsere Negativität, sprich unser Mindset, das falsch programmiert ist. Kids erhalten eine Erklärung und damit ist es gut. Sie grenzen niemanden aus, sie verurteilen nicht, sie integrieren alle in ihr Spiel, zumindest die Kleinen und die Kinder, die einen offenen Umgang mit Integration aller Art gewöhnt sind.

Für mich sind Kinder auf jeden Fall tolle Vorbilder und sie zeigen mir durch ihr Verhalten sehr deutlich, dass das eigentliche Problem vermutlich doch bei mir liegt. Und dabei möchte ich noch einmal ausdrücklich betonen, dass ich mein Kind über alles liebe, ich ihn aber einfach vor Ausgrenzung, Diskriminierung und Mobbing schützen möchte. Dabei ist mir natürlich zu einer Million klar, dass ich das auch nur erreichen kann, wenn ich in die Akzeptanz gelange und es mir aus tiefsten Herzen völlig am A… vorbei geht, was andere denken, sagen oder tun.

Auf jeden Fall war dieser Ausflug für mich ein weiterer Step in die richtige Richtung. Denn alle behandelten Samu völlig normal; auch die fremden Leute. Es findet damit so viel einfach in meinem Kopf statt. Auch wenn ich mir nichts vormachen will, denn es werden sicherlich hin und wieder einmal komische Situationen kommen. Aber gibt es die nicht mit jedem Kind? Es ist glaube an der Zeit, dass ich mir eine andere Story erzähle, eine Heldenreise mit Samu. Der kleine Krieger, der mir gesandt wurde, um Mama zu retten.

Und ich bin felsenfest davon überzeugt, dass der Tag kommt, an dem dieser Gedanke aus vollster Überzeugung in meine Seele eintätowiert ist. Und Menschen, wie meine Freundin Kamila und ihre Familie begleiten mich auf diesem Weg dahin – herzlichen Dank dafür!!!

In freier Wildbahn

Der erste größere Ausflug, den wir mit Samu unternahmen, führte uns in den Zoo. Unser Großer hatte sich dies seit einer Weile gewünscht. Und wann bietet es sich besser an als in der Elternzeit? Denn dann kann man auch mal in der Woche zu Zebra, Affe und Co. fahren, ohne dass man sich mit Elefanten ums tot Trampeln der Besucher streiten muss. Erstere würden dies bestimmt gern tun bei den Massen und bei dem Geschrei an Wochenenden, Feiertagen oder in den Ferien.

Da mein Männle ja bekanntlich den Schichtdienst genießt und damit oft in der Woche zugegen ist, war dies für unser Vorhaben ausnahmsweise mal perfekt. Also zack, das Wurzelkind aus der Kita genommen und los ging es.

Ich muss ehrlich gestehen, es fiel mir nicht unbedingt leicht (auch nach sechs Monaten nicht) mich in der Öffentlichkeit mit meinem Kind zu zeigen. Da Samu im Januar geboren wurde, war nun Sommer und damit hörte das Versteckspiel in Winteranzügen oder langen Jacken tatsächlich auf.

Manja, Samus Physiotherapeutin, fragte mich in diesem Zusammenhang mal, vor was genau ich denn Angst hätte. Dass Leute gucken, blöde Sprüche abgeben, etwas über mich als Mama denken, oder vor was? Ganz ehrlich, ich kann diese Frage bis heute nicht gänzlich beantworten. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus allem. Das Allerwichtigste für mich ist aber, dass mein Kind nicht angestarrt und in irgendeiner Form von anderen durch ihr Verhalten ausgegrenzt wird. Was gewisse Herrschaften da draußen über mich denken, ist mir vielleicht nicht vollkommen egal, aber reiht sich in den tausenden Antworten auf die Frage glaub‘ ganz hinten ein.

Wir kamen also Frühmorgens im Zoo an und es war bereits schon herrlich warm. Auch unser Zweijähriger freute sich wie ein Schneekönig und war kaum zu bremsen. Er sauste in Windeseile an sämtlichen Absperrungen vorbei und sah den Sinn des Bezahlens überhaupt nicht ein. Gut, dass wir zu Zweit waren, sonst hätte mich vermutlich ein Drehkreuz daran gehindert, meinen Sausewind kurz vor Durchbruch des Eingangsbereiches abzufangen.

Als Erstes mussten die Seelöwen und Robben begutachtet werden, um danach sofort ins Aquarium zu springen, um dann in Windeseile den Berg hoch zu flitzen. Dabei haben Kleinkinder, zumindest meines Erachtens nach, eine Aufmerksamkeitsspanne, die einer Feldmaus gleicht. Nur hin und wieder war es ein Tier wert, zu verweilen, dann aber ausgiebig. Samu musste das Ganze in seinem Kinderwagen erdulden, entweder wie ein Pferd im Galopp zu fliegen oder minutenlang in der Sonne auszuharren. Es war ihm allerdings völlig egal, er quickte fröhlich und fand es mega.

Auch mein Gemütszustand entspannte sich von Stunde zu Stunde. Ok, es gab nicht den Menschenauflauf, der sonst üblich war (auch da hatte Corona seine Vorteile mit sich gebracht), aber dennoch waren wir natürlich nicht allein unterwegs. Bin ja schließlich kein Weltstar, der sich ganze Areale zur Alleinnutzung mieten kann – manchmal bissi schade,lach.

So nahmen sicherlich einige Leute wahr, dass mit meinem Baby etwas anders war, aber es gab zu keinem Zeitpunkt dämliches Gestarre, Getuschel oder dubbelige Kommentare, die mich aus der Fassung gebracht hättem. Also vielen Dank liebe Zoobewohner, Besucher und liebes Universum, dass ihr mir geholfen habt, in meinem noch sehr instabilen Zustand keinerlei doofe Erfahrungen zu machen. Es war ein kleiner, aber wichtiger Step zurück in die Normalität, aber vor allem auch in die freie Wildbahn, ohne dieses ganze Versteckspiel.

Mrs. Spaßbefreit reist an

Am Freitagabend 17:30 Uhr hatte sich nun Madame Doktor! W. angekündigt. Hierbei muss NOCH EINMAL kurz los werden, dass ich das schon ziemlich frech finde, so spät bei einer Familie mit Säugling und Kleinkind aufzuschlagen, denn ab dieser Uhrzeit richten wir für gewöhnlich das Abendessen und bereiten dann die Kinder fürs Schlafengehen vor. Aber gut, was will man machen? Zu sagen, dass dies ne Unverschämtheit ist, bringt einem sicher nicht den gewünschten Erfolg…

Miss Peggy Bundy (sie sah wirklich fast so aus) traf natürlich pünktlichst hier ein. Ich hatte von Frau Oberkorrekt auch nix anderes erwartet. Zunächst musste ich erst einmal n bissi schmunzeln, als sie wie wild an unserem Gartentor rüttelte und es einfach nicht auf bekam. „Typisch für diese Berufsgruppe“, dachte ich mir, schluckte aber nen blöden Kommentar, den ich ohne Zweifel bei guten Freunden gebracht hätte, runter.

Sie betrat also unser trautes Heim, ohne ihre Schuhe ausziehen. Nächster Fauxpas auf meiner Liste, denn ich finde, dass man zumindest den Anstand besitzt und nachfragt, ob man diese ausziehen soll, wenn man ein fremdes Haus betritt. Aber gut, gibt ja genug Leute, die durch die Kinderstube mit dem D-Zug gefahren sind. Leider auch viele in guten Jobs oder gehobenen Positionen. Würde die am liebsten alle mal zur Nachschulung einbestellen, aber das ist ein anderes Thema.

Ich für meinen Teil war zumindest höflich und bot Wasser und Kaffee an und fragte, wie die Fahrt hierher gewesen sei. Ersteres wurde verneint, Letzteres unter einem Nuscheln beantwortet, wobei ich 0.0 verstand, aber ok, Mrs. Spaßbefreit war ja auch nicht für Smalltalk gekommen.

Wenn ich es allerdings richtig verstanden hatte, war die Anreise doch mit ein paar Hundert Kilometern verbunden. In Zeiten von Corona konnte ich zwar überhaupt nicht nachvollziehen, wieso man diese Fahrtstrecke auf sich nimmt, anstatt das ganze via Teams, Zoom oder Co. abzuwickeln, aber auch das war ja wieder nicht mein Problem.

Frau Dr. W setzte sich also in unsere Küche, um feinsäuberlich den Laptop aufzuklappen und die Tastatur anzuschließen. Und dann begann der endlose Fragenmarathon, der in jeglicher Hinsicht emotionsbefreit war. Unseren Großen hatten wir derweil an Oma und Opa verkauft, sonst hätte der die Dame mit seinen lustigen Kinderfragen sicherlich völlig aus dem Konzept gebracht.

So war das Frage- und Antwortspiel irgendwann beendet und es musste noch mein Kind begutachtet werden. „Könnten Sie ihn bitte irgendwo hinlegen, damit ich mir selbst ein Bild von ihren Schilderungen machen kann?“. „Klar, Madame“, dachte ich mir „das Vorführen meines Sohnes bin ich mittlerweile schon gewohnt.“.

Selbstverständlich bin ich mir bereits im Vorfeld darüber im Klaren darüber gewesen, dass sie Samu sehen und anschauen will, aber warum zur Hölle können diese Leute nicht einmal ein bisschen Mitgefühl für einen aufbringen? Denken die eigentlich, dass es uns als Familie Spaß macht, so einen Antrag zu stellen? Denken die wirklich, dass ich die Pflegekasse ausnehmen will? Herr Gott Sack, meinem Kind fehlt die rechte Hand und ich wünschte auch, dass es anders wäre und ich die ganze Scheiße hier nicht machen müsste.

Auch würde ich sicherlich anders in den Beruf einsteigen, wenn ich könnte. Da ich aber nicht abschätzen kann, wie viel Therapiebedarf Samu die nächsten Monate und Jahre hat, fange ich erst einmal mit weniger Stunden an. Aber gut, war alles kein wirklicher Grund für Frau Doktor mir einen positiven Ausgang meines Antrages in Aussicht zu stellen.

Auch dass wir auf einige Hilfsmittel angewiesen sein werden, spielte für sie erstmal keine Rolle. Das könnten wir ja dann beantragen, wenn es so weit sei. „Ähm kurze Frage… Die nächste Begutachtung findet doch erst wieder mit 18 Monaten statt, oder? Denn falls ja, benötigt mein Kind bis dahin natürlich schon so einiges!“. „Du dumme Pute“, dachte ich mir. Sie bestätigte die Aussage, machte mir dennoch wenig Hoffnung. Ich war so sauer, dass ich mir den Kommentar: „Dann müssen wir wohl in Widerspruch gehen, denn die meisten unserer Kontakte mit betroffenen Kindern haben Pflegestufe 2 im Säuglingsalter erhalten“, nicht verkneifen konnte.

Am Ende mussten noch bauliche Maßnahmen überprüft werden. Was der Wannen- oder Duscheinstieg mit einer fehlenden Hand zu tun haben, fragte ich dieses Mal nicht. „Steht sicherlich auf der Checkliste und muss feinsäuberlich abgearbeitet werden“, dachte ich mir nur so. Dass mein Kind zwei völlig gesunde Füße hat, spielt dabei wohl weniger eine Rolle. Egal, nach einer Dreiviertelstunde war das Schauspiel Gott sei Dank vorbei. Dass mein Zweijähriger ohne Socken, Schuhe und im Schlafi gerade noch von der „Nachbarin“ gebracht wurde, bekam Pegg Bundy Gott sei Dank gar nicht so mit, hätte sicher einen weiteren Minuspunkt gegeben so mit Großeltern als Unterstützung.

Jetzt habe ich mir ja aber in meinem Leben ganz generell vorgenommen, positiver in sämtlichen Lebensbereichen zu denken und erwarte einfach, dass das Universum uns auch das zugesteht, was es anderen betroffenen Familien an Hilfestellung sendet. Ich werde berichten…

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Wunsch auf Mord im Affekt

Kennt jemand da draußen das auch, natürlich außer mir: Es steht ein wichtiger Besuch oder Termin n und der Tag beginnt schon kacke??? Nun hatte ich bereits am Vortag mit meinem Ehemännchen einen nicht gerade kleinen Disput, da er anstatt sich auf DR!!! W vorzubereiten, lieber überlegte, wie er seinen Fitnessstudiovertrag so umstellte, dass wir ein paar Kröten sparen können. WIR ist in diesem Zusammenhang im Übrigen das falsche Pronomen, erklärte ich ihm.

Wie ich nun mal als typische Wasserfrau so bin, habe ich mich bereits am Vorabend schon mächtig reingesteigert, kam vom Hundertsten ins Tausendste und war noch mega stinkig, als ich am nächsten Tag meine zarten Füßchen aus dem Bett schwang. „Wie immer. Alles managed Muttern hier!“, dachte ich noch und beauftragte meinen Fitnessstudiokönig wenigstens die U-Untersuchung mit Samu zu erledigen, damit ich mich feinsäuberlich auf unseren hohen Besuch vorbereiten konnte.

Mein Mann nahm mir also wenigstens den Gang zum Kinderarzt ab, während ich krampfhaft überlegte, was ich der guten Frau nun mitteilte, weshalb eine Pflegestufe für mein Kind sinnvoll ist. Zum einen trabe ich natürlich jede Woche brav zur Physio. Allein die Vorbereitung, die Anfahrt, die Therapie und die wöchentliche Bürokratie in der Klinik verschlingen schon jede Menge Zeit (auch wenn ich Manja, Samus Therapeutin, sehr liebgewonnen habe). Dazu kommen Übungen zur Stabilisation, die ich versuche, tagtäglich mit Samu umzusetzen.

Natürlich habe ich ansonsten den ganz normalen Wahnsinn, wie jede andere Mama eines Säuglings auch (außer die Stillerei; diesen Programmpunkt haben wir ja Gott sei Dank gestrichen), allerdings ist der kleine Knopf auch erst 5 Monate alt. Entscheidend finde ich, dass mein Kind auf Hilfsmittel und Therapien in seinem Leben angewiesen sein wird (zumindest hin und wieder mal), um die gesunde Entwicklung des Körpers im Auge zu behalten oder auch den reibungslosen Eintritt ins Schulleben später einmal sicherzustellen.

Aus diesem Grund bin ich mir noch nicht darüber im Klaren, wann ein normaler und vor allem voller Berufseinstieg wieder möglich sein wird. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass ich mit einem gesunden Kind spätestens in 1,5 Jahren wieder 100% arbeiten würde. Jetzt traue ich mich das vorerst nicht. Allein die Tatsache, dass ich durch die anstehenden Maßnahmen, Therapien, Fahrten zu Ärzten etc. kein volles Deputat angeben kann, rechtfertigt in meinen Augen schon einen Pflegegrad. Und man kann mir glauben, dass ich diesen ganzen Scheiß natürlich liebend gern lassen würde, da ich ein vollständig gesundes Kind habe – dem ist aber nun einmal leider nicht so, auch wenn NUR die Hand fehlt, wie so viele immer sagen.

Mein Mann kam schließlich mit Samu nach Hause. Auch der Kinderarzt hat wieder einmal bestätigt, dass unserem kleinen Kanarienvogel (er trällert in letzter Zeit so) sonst nichts fehlt – Gott sei Dank. „Ja und, wie groß und schwer ist er aktuell?“, frug ich nach. „Ähm, keine Ahnung. Schau doch im Heft nach!“, entgegnete mir mein Gatte. „Also gut, Ruhe bewahren und nicht gleich wieder eskalieren“, dachte ich mir, denn eigentlich hat man diese Daten sofort abgespeichert. Vielleicht können dies aber in der Tat nur wir Mütter. „Wo ist das Heft?“, wollte ich wissen. Denn im Wickelrucksack, wo es angeblich zu finden sein sollte, war es nicht. Ich solle mal die Augen aufmachen, natürlich sei es da, bla bla… Meine Eskalationsstufe erlangte schon langsam wieder die Farbe DUNKELROT. Als er schließlich selbst nachsah, musste er feststellen, dass Muttersilla noch keine Brille benötigt.

Auf einmal sah ich Panik in seinem Gesicht. Nicht leichte Panik, sondern Panik, Panik. Dies verriet mir, dass sich das Heftchen zum einen nicht im Haus befinden konnte und es zum anderen vermutlich auch nicht nur beim Kinderarzt vergessen wurde. Ich sah ihn an und war fassungslos, denn immerhin brauchten wir genau dieses Büchlein für Mrs. Oberkorrekt am Abend. „Wo zur Hölle ist dieses fucking Buch?“, schnauzte ich meinen Gemahl an. „Glaub‘ ich muss nochmal los. Ist das sicher nicht hier?“. „Nein, ist es nicht. Und wie du musst noch mal los?“. „Ich habe es vorhin aufs Autodach gelegt.“.

Ich hoffe, DIE ein oder andere hegt hin und wieder auch ab und zu diese Gefühle gegenüber dem Angetrauten, aber ich hätte in diesem Moment töten können, im Affekt versteht sich. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wann ich das letzte Mal so wütend auf meinen Mann war, aber ich hatte wirklich tiefgründige Mordgelüste. Ausgerechnet Samus U-Heft. Ausgerechnet das Buch in dem so viele wichtige Dinge stehen und ausgerechnet das Exemplar, welches wir am Abend benötigten, am Freitagabend wohlgemerkt und es war bereits 12 Uhr. Die Idee es SOFORT neu vom Arzt ausstellen zu lassen, damit ich vor Scham nicht im Grund und Boden versinken muss, konnte ich damit gleich wieder vergessen. Es nützte nix, er fuhr los und ich konnte nur hoffen, dass er Samus Büchle am Stück und vollständig finden würde.

Was soll ich sagen… Es war mir natürlich nicht vergönnt, wie ihr auf dem Blogbeitragsbild sehen könnt. Das U-Heft meines Sohnes kam zwar vollständig zurück, aber es sah aus, als wäre Cola und Kaffee drüber geleert worden. Auch mein meditativer Satz: „Ich resch mich net uff, ich resch mich net uff!“, half hier nichts mehr. Ich musste ganz schnell weg, denn sonst hätte ich für nix garantieren können, immerhin habe ich alle Staffeln Dexter gesehen.

Es fühlte sich so an, als hätte mein Mann Samu auf ganzer Linie verraten, ja fast, als hätte er ihn körperlich angegriffen. Erst war der Fitnessstudiovertrag wichtiger und jetzt das. Dass meine Gefühle natürlich jenseits von jeglichem rationalen Denken entfernt waren, weiß ich natürlich mit einem gewissen Abstand selbst, aber dennoch wusste ich mir in dieser Situation nicht anders zu helfen, als zu gehen, bevor die Situation vollkommen eskalieren würde. „Ich bin jetzt zwei Stunden einfach weg, vielleicht auch drei, vielleicht auch solange ich will“, giftete ich ihn an. „Pass gefälligst auf Samu auf, ich hole den Großen vom Kindi ab.“

Gesagt getan. Kind 1 wurde durch seinen Lieblings-Spielfreund bespaßt. Dieser hat Gott sei Dank sein Zimmer im Dachgeschoss. Also konnten die Kids Mozilla weder sehen noch hören.

An dieser Stelle möchte ich meiner Freundin Caro für den Schnaps danken und Meli für die Notfallkippen! Ihr habt meinem Mann einiges erspart (lach). Und mittlerweile ist der Vulkan auch wieder etwas abgekühlt. Macht euch also keine Sorgen da draußen, das Ehemännchen atmet noch.

Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung

Nach 6-monatiger Überlegung bat ich schließlich doch die Krankenkasse mir einen Antrag für einen Pflegegrad zuzusenden. Ich hatte mich in der Facebookgruppe informiert und mit verschiedenen Personen via Whats-App Kontakt aufgenommen. Die meisten hatten für ihre Mäuse den Papierkram bewältigt und sogar Pflegegrad 2 für ihre Kinder U18 Monate erhalten.

Klar, auf der einen Seite will man sein Kind nicht in eine Schiene hineinpressen oder hat Angst, dass so ein Antrag Konsequenzen auf den Kindergarten oder die Schule haben könnte (Stichwort „Inklusion“), aber auf der anderen Seite erhält man hierbei ggf. auch Gelder, die man später eventuell gut gebrauchen kann. Ich denke dabei zum Beispiel an verschiedene Hilfsmittel, die Samu das Leben möglicherweise erleichtern: Lenkhilfen, Prothesen, Treppenlauf etc. – und wir wissen schließlich alle, dass wir in Deutschland zwar schon eine wirklich gute medizinische Versorgung haben, da vieles bezuschusst wird, aber ich will nicht irgendwelche Hilfsmittel für meinen Jungen, sondern die Besten und diese werden den ein oder anderen Euro Zuzahlung kosten. Aus diesem Grund rang ich mich also schließlich doch dazu durch, die Anträge zu stellen.

Ich muss zugeben, dass ich mir den Pflegeantrag komplizierter vorgestellt hatte, als er letztendlich war. Zu Beginn musste ich lediglich die Daten meines Sohnes eintragen und angeben, ob ich eine Geldleistung beantrage oder etwaige Pflegeleistungen in Heimen, Einrichtungen oder auch Zuhause in Anspruch nehmen will. Danach wurden Daten der Pflegeperson erfragt, die ich in diesem Fall sein werde.

Im Gespräch mit dem SPZ wurde uns geraten, nur einen Elternteil eintragen zu lassen, da es sonst schwierig wird mit der lieben Steuer und Co..

Anschließend musste ich einwilligen, dass die Befragung Dritter zulässig sei. Dies bedeutet ja im Prinzip nix anderes, als dass ich alle Ärzte von ihrer Schweigepflicht entbinde. Ehrlich gesagt, habe ich damit wirklich erhebliche Bauchschmerzen. Ich möchte nicht, dass Samu ein gläserner Bürger hinsichtlich seiner gesamten Krankengeschichte für die Versicherung ist. Auf der anderen Seite sieht man als Privatpatient ja auch, wie die Rechnungen gestellt werden und dort befindet sich immer eine Diagnose (das wird bei Kassenpatienten sicher nicht anders sein). Es stellt sich also vielleicht gar nicht die Frage, ob er dadurch gläsern wird oder ob wir es nicht alle bereits eh schon sind, unter dem Schutzdeckmantel des Datenschutzes natürlich, hust hust. Haltet mich bitte nicht für paranoid, weil ich aus der ehemaligen Täterä stamme, aber ich bin felsenfest davon überzeugt, dass der Staat (oder wer auch immer) uns sehr viel besser kennt, als uns eigentlich lieb ist…

Sei es drum… Ich biss in den sauren Apfel und unterschrieb. Was blieb mir denn auch anderes übrig? Wenn ich es nicht unterschreibe, werde ich wohl keinerlei Chance auf Erfolg haben. Und so mache ich mir schon Hoffnungen, dass es wie bei vielen anderen betroffenen Kindern auch auf Pflegestufe 2 hinausläuft und ich somit Anspruch auf gewisse Gelder habe. Keine Sorge ich möchte davon nicht Urlaub in der Südsee machen, mit meinem Mann fett essen gehen und Champus saufen. Nein, ich würde gern die Euronen zur Seite legen, um meinem Kind das Bestmögliche zu bieten, sofern er es eben brauchen sollte.

Am Ende musste ich noch Angaben zu Samus Diagnose machen und aufführen, welche Beeinträchtigungen damit zusammenhängen. Da er jedoch aktuell erst 5 Monate alt ist, ist es eben schwierig zu beurteilen, inwiefern ich Hilfestellung werde leisten müssen, was das Ankleiden, das Essen, die Sauberkeitserziehung oder auch das Laufrad- oder Fahrradfahren anbelangt.

Das ganze Pamphlet der Krankenkasse umfasste aber insgesamt lediglich elf Seiten und bedurfte nur einer E-Mail, in der ich um Zusendung bat – Arbeitsaufwand inkl. Einlesen also an einem Vormittag bewältigbar; erstaunlich!

Selbstverständlich wurde mir eine Begutachtung mittels medizinischen Dienstes angedroht. Ehrlich gesagt hegte ich die leise Hoffnung, dass in Zeiten von Corona der ganze Quatsch online stattfinden würde (via Teams, Zoom u.ä.), damit mein Junge nicht wieder wie im Zoo beglotzt würde. Aber was soll ich sagen… Die Fallzahlen sind im Sommer natürlich, wie im vergangenen Jahr, niedrig und ich wäre ja auch nicht Sue, wenn mir irgendwann mal die Sonne aus dem Arsch scheint und ich, sowie meine gesamte Familie, einfach mal durchrutschen im System.

So meldete sich also ca. zwei Wochen später Frau Dr. W telefonisch bei mir, um einen Termin zu vereinbaren. Wie ich bereits mittels meines Handapparates feststellen konnte, war die Dame weder zu Scherzen aufgelegt, noch vertrug sie in irgendeiner Form gute Laune. So wurde ich, als ich mir den Namen W bestätigen lassen wollte, korrigiert, dass sie Frau Dr. W hieße. Das kann ja spannend werden, dachte ich mir nur so und freute mich ungemein auf Freitag…

Hierzu muss ich noch kurz anmerken, dass ich eine Besuchsankündigung zwei Tage im Vorfeld und dann noch an einem Freitagabend 17:30 Uhr eine Zumutung finde für Familien mit Kleinkindern. Ja, lieber medizinischer Dienst, schreibt das euch bitte ganz dick und fett als Kritik auf die Fahne, das geht gar nicht!!! Für gewöhnlich bereitet man zu dieser Zeit Abendessen vor, um dann mit seinen Winzlingen zu dinieren, sie zu waschen und in die Falle zu stecken und nicht um mit einer spaßbefreiten Dame des medizinischen Dienstes zu fachsimpeln, wie viel Pflegebedarf das Kind nun hat.

Bildquelle: https://www.pexels.com/de-de/foto/stifte-in-der-nahe-von-tastatur-und-buroklammern-1558690/

Flashback – Tag im Mai 21

Kennt ihr das: Ihr steht auf, die Sonne lacht, alles beginnt wie bei „Und täglich grüßt das Murmeltier“ und ihr habt keine Ahnung, dass dieser Tag noch völlig scheiße werden wird?

Es war ein Samstag im Mai 21. Nachdem man diesen Monat total vergessen konnte, erbarmte die liebe Sonne sich nun doch einmal ihre Kraft zu entfalten. Schon der Morgen begann verheißungsvoll. Ich ließ meine Kinder bei Oma und Opa und konnte seit Wochen endlich wieder die Hundewellnessrunde ohne dicke Jacke, Schal, wolligen Socken und frostigen Temperaturen begehen. Das Jahr war im Hinblick auf den Wärmegrad eine Katastrophe. Bis auf einige wenige Tage fühlte ich mich, als hätte es mich nach Sibirien verschlagen. Umso schöner ist es dann natürlich, wenn man den großen Zeh an die frische Luft hält und feststellt, dass eine dünne Jacke genügen sollte.

Ich genoss also den Sonnenschein draußen mit meinem Jüngsten und trank auf der Terrasse einen Kaffee, während mein Ganove No 1 derweil mit seinen Großeltern das Gartencenter unsicher machte. Plötzlich standen meine Nachbarjungs am Zaun. Ich plaudere gern mit ihnen und ich mag sie total, denn sie sind voll lustig, goldig und einfach knuffig. Der Jüngere ist ein kleiner Kamikaze wie mein Großer. Der Ältere hingegen ist ein eher sensibles Kind, voll lieb und sehr bedacht (seine Mutter würde dies aktuell wahrscheinlich nicht unterschreiben, aber ich nehme ihn stets so wahr).

Nun sah er Samu, musterte ihn sehr lange und frug mich schließlich, ob seine Hand noch wachse. Ich erklärte ihm, dass dies nicht so ist und dass der kleine Kerl so geboren wurde. Er müsse halt später so eine Hand bekommen wie einer dieser Superhelden. Der Name einer dieser Figuren fiel mir natürlich in diesem Moment nicht ein. Ich musste diesen später erst durch meine Marvelsuperheldenfanfreunde in Erfahrung bringen. Ganz aufmerksam hörte das Kind mir zu. Nach einer Weile des Nachdenkens (es verging bestimmt eine Viertelstunde) sprach mich der Nachbarjunge erneut an und schaute dabei auf seine Hände: „Du Sue, ich glaube ich bin total froh, dass ich diese zwei Hände habe. Ich habe lieber die als eine Superhand“.

Ich war Gott froh, dass meine Nachbarin in diesem Moment die Nudeln kredenzte, denn so verschwand er, bevor er meine Reaktion sah, ins Haus. Das Mäusle hatte überhaupt nichts Falsches gesagt, aber diese Bewertung flashte mich total. Natürlich wünschte ich mir für Samu auch nichts sehnlicher als eine zweite normale Hand, aber ich hatte mir erhofft, dass mein kleiner Junge mit der Superheldengeschichte bei den Nachbarkids nicht als das „behinderte Kind von nebenan“ abgestempelt wurde. Ich hatte diesen Tipp im Umgang mit anderen Kindern bei der Ahoi Gruppe gelesen. Hatte wohl beim ein oder anderen super funktioniert – bei mir ging der Schuss absolut nach hinten los. Die Aufklärung, dass Samu so geboren wurde und fertig, hätte sicherlich vollkommen genügt.

Ich schnappte nach Luft, aber die aufsteigenden Tränen ließen sich schwer zurückhalten. Nun stand ich da wie angewurzelt, meinen Säugling im Arm. Nach gefühlten endlosen Sekunden konnte ich mich bewegen und flüchtete ins Haus. Meinen Samu wieder verstecken. Oder mich? Ich wusste es in diesem Moment ehrlich gesagt nicht. Alles holte mich plötzlich wieder ein, aufgrund der profanen und total wertfreien Feststellung eines Fünfjährigen. Mir liefen minutenlang einfach nur die Tränen, während mein kleiner Krieger mich auf dem Bett einfach nur angrinste. Keiner war da, außer Samu ich und meine unfassbar negative Gedankenwelt.

Ich schrieb mit zwei guten Freundinnen, die mich versuchten aufzubauen, aber so richtig gelang es nicht. Als mein Mann mich informierte, dass er früher käme, begrüßte ich dies total und flüchtete mich erst einmal ins Getümmel des Supermarktes. Wieder Zuhause angekommen, war es Zeit für die nächste Hunderunde und mein Gatte verabschiedete sich mit Samu in den Wald.

Meine Gelegenheit die Krise zu bewältigen. Also schüttete ich mir mal flux ein Glas Wein hinter die Binde und schrie Alexa an, sie möge bitte sofort und in voller Lautstärke die Böhsen Onkelz spielen. Danach ging es besser, bis jetzt, wenn ich diese Zeilen tippe. Ich stelle mir erneut die Fragen, die bereits in der Schwangerschaft tagtäglich um mich kreisten: Wie kann ich das schaffen? Wie forme ich meinen Jungen zu einem selbstbewussten Kind? Werde ich daran zerbrechen? Drehe ich irgendwann durch? Kann ich das alles allein bewältigen? Ehrlich gesagt, weiß ich es nach so Tagen wie heute nicht. Natürlich bin ich in der Lage meine Krone zu richten, sobald Mann und die Kinder das Haus betreten, aber ist meine Seele in der Lage das alles zu verkraften?

Eine nette Mama, die ich durch Instagram kennenlernte, versicherte mir heute, dass alles besser werde und man mit der Zeit damit umzugehen lerne. Ich hoffe es, denn sonst muss ein ganzes Weinanbaugebiet nur für mich herhalten…

Schöner Tag mit unangenehmem Ausgang

Wir schreiben heute einen Tag im Januar 2022 und mal wieder durchbreche ich die Chronologie, weil es einfach hervorragend zu den vorangegangenen Beiträgen passt und ich es quasi taufrisch berichten kann.

Ich freute mich sehr auf die heutige Geburtstagsfeier meiner Freundin. Es hieß für mich nicht nur, dass ich meinen Brosi, wie wir uns gegenseitig liebevoll bezeichnen, sehen werde, sondern auch einfach mal ein bis zwei Stündchen Zeit mit Erwachsenen verbringen, ohne dass man immer schauen muss, ob jemand stirbt – jeder Elternteil mit Kleinkindern weiß sicherlich genau, was ich meine, besonders wenn man Kamikazekids beaufsichtigen muss.

So machte ich mich also kurz nach dem Mittag auf in unsere Landeshauptstadt und freute mich wirklich sehr auf das bevorstehende Ereignis. Meine Freundin öffnete fröhlich und herzlich die Tür und ich war ganz im Eltern-freie-Zeit-Glück. Drinnen saßen bereits ein weiterer weiblicher Gast plus das Ehemännchen der Gastgeberin. Kurze Zeit später gesellte sich noch eine Freundin dazu.

Wie es natürlich immer so ist, wenn drei Mütter mit kleinen Kindern aufeinandertreffen, nahmen die Kinder großen Gesprächsraum ein, was ich im Nachhinein schon wieder ziemlich blöd fand, denn schließlich sollte eigentlich an so einem Tag das Geburtstagskind und ihr Befinden im Vordergrund stehen.

Auch das das leidige Coronathema zur Sprache kam, lässt sich wohl in diesen Zeiten kaum mehr vermeiden. Danach wurde eine Diskussion entfacht, inwiefern das Gendern in der Gesellschaft wichtig sei. Dazu gab es unterschiedliche Standpunkte, was ja auch völlig in Ordnung ist. Ich für meinen Teil finde es überhaupt nicht schlimm, wenn beispielsweise mein Schulleiter sich nur bei den „Lehrern“ bedankt und die weibliche Form vergisst. Ich fühle mich dadurch nicht weniger angesprochen, habe aber auch Verständnis, wenn es Kolleginnen auf den Zeiger geht. Sagen wir so, ich bin kein Verfechter dieses Themas und stehe dem ganz wertneutral gegenüber – bin quasi diesbezüglich die Schweiz und verstehe beide Standpunkte.

Trotz Diskussionen fand ich die Stimmung ziemlich ausgelassen und mit Sektchen ist sowieso alles prima. Dass mir noch ein Latte Macchiato mit Hafermilch serviert wurde und meine Freundin extra für mich einen veganen Kuchen gebacken hatte, übertraf meine Erwartungen. Großes Dankeschön an dieser Stelle noch einmal dafür, knutsch.

Natürlich würde ich diesen Blogeintrag nicht schreiben, wenn nicht irgendetwas den schönen Nachmittag getrübt hätte… So kam es dazu, und fragt mich bitte nicht, wie wir darauf kamen, dass die Frage aufkam, ob Ehen zwischen Cousin und Cousine in Deutschland erlaubt sind. Das sei wohl der Fall, falls es jemanden interessiert (habe es allerdings ausnahmsweise mal nicht überprüft).

Plötzlich fängt meine Sitznachbarin an, einen Witz oder eine Anmerkung, ich weiß es ehrlich gesagt nicht mehr sicher, was es nun war, denn ich rang nach Fassung, vom Stapel zu lassen, bei dem/der ich nach Luft schnappen musste. Sie äußerte sich nämlich ganz abfällig über behinderte Menschen und ich traute meinen Ohren nicht.

Diejenige, die noch eine Viertelstunde vorher große Reden schwang über Sexismus gegenüber Frauen und wie diskriminierend das sei, sich ebenfalls dafür aussprach, dass es wichtig wäre, auch die weibliche Anrede zu gebrauchen, erklärte nun, dass Menschen, die ihren Cousin oder ihre Cousine heirateten, sich nicht über behinderte Kinder wundern müssten. So oder so ähnlich auf jeden Fall der Wortlau; mir fehlten auf jeden Fall die Worte. Es war für mich unfassbar, wie dies aus dem Mund einer Kollegin kommen konnte, die sich ja scheinbar in anderen Bereichen gegen Diskriminierung stark machte.

Was mich jedoch am meisten ärgerte, war, dass ich zwar in dem Moment merkte, wie meine Freundin und ihr Mann ebenfalls die Luft anhielten und die Situation scheinbar unangenehm fanden, aber ICH nicht in der Lage war, zu reagieren. Ich befand mich ohne Scheiß mal wieder in Schockstarre. „Nur nicht losheulen!“, war mein Motto.

Warum Gott verdammt nochmal ist es mir immer noch nicht möglich, einfach dieser grenzenlosen Beschränktheit etwas entgegenzusetzen? Warum kann ich nicht einfach am Ende dieses auch so tollen Witzes (oder was immer es auch gewesen war) sagen: Du, weißt du was? Ich habe nicht meinen Cousin geheiratet und habe dennoch ein Kind mit Einschränkung!“?

Selbstverständlich hätte dies wahrscheinlich auch die Stimmung gewissermaßen verhagelt und selbst, wenn ich es auf den Lippen gehabt hätte und mein Selbstbewusstsein größer gewesen wäre in diesem Moment, hätte ich eventuell den Kommentar zum Wohle meiner Freundin runtergeschluckt. Am meisten habe ich mich dennoch nicht über diese dumme Eule geärgert, die scheinbar in ihrem Diskriminierungsgedanken eingeschränkt zu sein scheint, sondern über mich selbst.

Wieder einmal weiß ich, dass die Heilung rund um alles, was mit meinem Kind zu tun hat, wohl noch eine Weile an Zeit in Anspruch nehmen wird, denn genau so ein bullshit darf mich zukünftig nicht mehr so aus der Bahn oder besser aus dem Universum kicken, zumal der Tag sonst (inklusiver persönlicher Bewirtung) echt mega war. Spätestens wenn Samu die ersten Negativerfahrungen im Sandkasten oder where ever erlebt, muss ich gesattelt sein und zwar so, dass mich kein Gaul dieser Welt da mehr raus haut. Aber ich arbeite dran, versprochen.